Wärmelösungen, Wärmepumpe, Fördergelder

Interview zum Thema Wärmepumpe Mit dem Swisstherm Heizungsexperten

Im Interview mit dem Heizungsexperten unserer Technologie-Tochter und Ausführungspartnerin Swisstherm, Herrn Eugen Christen, erfahren Sie die wichtigsten Fakten rund um das Thema Wärmepumpe.

Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Erde, Luft, Wasser) Energie. Diese kommt hauptsächlich von der Sonne, aber auch aus dem tiefen Erdinnern. Mit dieser Energie wärmt oder kühlt das System Ihr Haus. Zudem kann die Anlage zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden und stellt so eine umweltfreundliche Lösung dar. Deshalb haben wir mit dem Heizungsexperten, Herrn Eugen Christen, von unserer Technologie-Tochter und Ausführungspartnerin Swisstherm AG gesprochen und ihn über die Wärmepumpen-Typen, Fördergelder, Anschaffungs- und Betriebskosten etc. ausgefragt.

Eugen Christen

Kann ich mein Haus mit einer Wärmepumpe heizen?

Grundsätzlich können fast alle Häuser mit einer Wärmepumpe beheizt werden. Ausschlaggebend ist vor allem die Vorlauftemperatur bei einem Haus mit einem Radiatoren System. Je höher die Vorlauftemperatur (ab 57 °C aufwärts) desto höher die effektiven Stromkosten (Heizkosten).

Welche Wärmepumpen-Typen gibt es? Welche Wärmepumpe wird für welches Objekt empfohlen?

Wir unterscheiden zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpen (Innen und Aussenaufstellung), Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser). Eine Split-Wärmepumpe ist auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Hier ist der Kompressor und der Wärmetauscher im Hause installiert und nur der Verdampfer draussen im Garten oder an der Fassade platziert. Bevorzugt werden diese Varianten, weil das Aussenteil wesentlich kleiner ausfällt und sich besser an der Fassade und im Garten integrieren lässt. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die Energie aus der Luft geholt und bei einer Erdsonden- oder Grundwasser-Wärmepumpe aus dem Boden oder Grundwasserstrom.

Weshalb gilt eine Wärmepumpe als umweltfreundlich?

Wärmepumpen sind sehr effizient. Eine Wärmepumpe kommt heute mit einem Durchschnittlichen COP von über 3,5 daher. Wir reden da von der Jahresarbeitszahl (JAZ).  Der Begriff COP bildet das Verhältnis zwischen der Heizleistung und dem effektiv dafür benötigen Stromverbrauch.  Eine Elektrospeicherheizung hat einen COP von 1,0. Dies bedeutet für eine kWh Heizenergie benötige ich 1 kWh Strom. Wie schon erwähnt, hat eine Wärmepumpe eine JAZ von 3,5. Das ist über die ganze Heizperiode gerechnet. Bei einer Aussentemperatur von 7 °C und einer Vorlauftemperatur von 35 °C erreichen heute die meisten Wärmepumpen einen COP von 5,0. Zudem hat sich die Lautstärke massiv verringert. Im Schnitt beträgt heute der Schallpegel ca. 53 db(A).

«Dass Wärmepumpen laut sind, ist schon lange nicht mehr der Fall. Alle Hersteller haben hier einen sehr grossen Entwicklungsschritt geleistet, um leise Wärmepumpen auf den Markt zu bringen.»
Eugen Christen

Werden Wärmepumpen gefördert?

Ja, es gibt in vielen Kantonen ein Förderprogramm für den Ersatz einer Öl- oder Erdgasheizung mit einer Wärmepumpe. Dort wo die Kantone nicht eigene Förderprogramme etabliert haben, unterstützt Myclimate das Bauvorhaben.
Myclimate ist eine Gemeinnützige Stiftung und fördert Klimaschutzprojekte in der Schweiz und auch im Ausland. Im Kanton Aargau liegt der Förderbeitrag von Myclimate bei CHF 2’000.– und in Zürich ab dem 1. Juli 2020 bei über CHF 4'000.–.  Der Kanton Bern fördert den Einbau einer Wärmepumpe mit bis zu CHF 10’000.–. Der Kanton Solothurn mit ca. 6’500.– und auch der Kanton Basel-Landschaft hat den Förderbeitrag per 1. Juli 2020 auf CHF 7'000.– angepasst. Im Kanton Basel-Stadt ist der Ersatz von Öl- und Gasheizungen heute bereits verboten und nur noch in Ausnahmefällen gestattet. Der Förderbeitrag der Stadt Basel beträgt ca. CHF 15'000.–, was den Entscheid für die Bauherren schon wesentlich erleichtert.

Muss ich meine Wärmepumpe regelmässig warten? Wenn ja, wie hoch sind die Kosten?

Wir empfehlen einen Wartungsservice abzuschliessen, dies, um eine lange Lebensdauer zu erreichen. Die obligatorische Kältemittelkontrolle ist im 6. und im 10. Jahr auszuführen. Danach gilt in der Regel ein Zweijahresrhythmus. Dies hängt auch von der Leistung der Wärmepumpe und dem Füllinhalt des Kältemittels ab. Bei einem regelmässigen Wartungsservice wird bei den meisten Anlagen auch das Softwareupdate auf den neusten Stand gebracht.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Die Kosten für den Ersatz einer Ölheizung mit einem Wärmepumpensystem inkl. Abbruch der Öltankanlage liegen bei rund CHF 40'000.–. Bei einer Erdsonden-Wärmepumpe liegen die Kosten bei etwa CHF 60'000.–.

Wie hoch sind die Betriebskosten?

Bei einem Ölverbrauch von 2’500 Litern im Jahr inkl. Warmwasseraufbereitung liegen die Stromkosten bei ca. CHF 1’150.–. Bei einer Erdsonden-Wärmepumpe liegen die Kosten bei ca. CHF 900.–. Legt man noch etwa CHF 400.–. für Reparatur und Servicekosten auf die hohe Kante hat man immer noch ein kostengünstigeres System.

Wie lange ist die Lebensdauer einer Wärmepumpe?

Bei einer Luft–Wasser-Wärmepumpe liegt die Lebensdauer bei etwa 20 Jahren. Eine Erdsonden-Wärmepumpe hält in der Regel gut 25 Jahre.

Kann eine Wärmepumpe mit anderen Systemen kombiniert werden?

Am effizientesten ist die Einbindung an eine Photovoltaikanlage. Wird eine Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe kombiniert, kann der überschüssige Strom in Wärme umgewandelt werden. Bevor man also den nicht benötigten Photovoltaikstrom zurück in das Netz einspeist, wird der Strom mithilfe der Wärmepumpe in Heizwärme umgewandelt. Dies geschieht, wenn die Wärmepumpe Heizungswasser in einem Pufferspeicher erwärmt. In den meisten Fällen werden diese Pufferspeicher auch etwas grösser dimensioniert. Ein Speicher von etwa 600 bis 800 Litern bringt schon gute Werte. Hat die Wärmepumpe den Pufferspeicher auf die maximale Solltemperatur erwärmt (ca.55 °C), wird dann noch der Elektroeinsatz der im Pufferspeicher installiert ist aktiviert und der Speicher weiter erwärmt. Dies ist jedoch nur in der Heizperiode der Fall. Im Sommer geschieht dies ausschliesslich mit dem Warmwasser-Boiler. Es gibt heute auf dem Markt bereits intelligente Steuerungen, die produzierten Photovoltaikstrom optimal einsetzen.

Werden Wärmepumpen ausschliesslich zum, Heizen genutzt?

Heute gibt es Wärmepumpen, die auch kühlen können. Dies funktioniert aber nur in Häusern mit einer Fussbodenheizung. Sehr interessant ist auch das Freecooling direkt durch die Erdsonden. Dabei wird das Temperaturniveau des Erdreichs genutzt, um über die Bodenheizung eine sanfte Kühlung zu realisieren. Dies geschieht mit wenig Energieaufwand und zusätzlich werden die Erdsonden leicht regeneriert.

Welche Vorlauftemperatur kann erreicht werden?

Mit dem heute gebräuchlichen Kältemittel werden Vorlauftemperaturen von ca. 57 °C erreicht. Bei einem schlecht isolierten Haus, welches vielleicht auch noch Konvektoren hat, reicht dies in der Regel nicht. Es gibt nun neu auf dem Markt Wärmepumpen mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 70 °C. Dies wäre eine Lösung für Liegenschaften, welche nicht optimal isoliert sind. Leider lassen sich aber solche hohen Vorlauftemperaturen nur mit entsprechendem Stromeinsatz bewerkstelligen. Wir reden da von einer JAZ von ca. 2,0 – 2,5.

Wie viel Strom braucht die Wärmepumpe jährlich?

Bei einem Einfamilienhaus welches im Durchschnitt ca. 2’500 Liter Öl verbraucht hat, liegen die Kosten bei ca. CHF 1’150.–.

Interview-Reihe: Teil 1

Falls Sie Fragen oder Interesse an Wärmepumpe haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Luca Broch und sein Team

Kundendienst & Energielösungen
Migrol AG
Badenerstrasse 569
8048 Zürich
energie@migrol.ch

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