Marktnews ICE: Brent gibt nach
Die ICE‑Brent‑Futures gaben in den frühen asiatischen Handelsstunden nach. Belastet wurden sie unter anderem durch die Entscheidung von US‑Präsident Donald Trump, den Defense Production Act von 1950 zur Förderung der Energieinfrastruktur einzusetzen.
Damit kann die US‑Regierung auf bis zu 1 Mrd. US‑Dollar für den Energiesektor zugreifen. Trump hatte das Gesetz bereits im Vormonat genutzt, um den Neustart einer Pipeline in Kalifornien zu erzwingen und damit zusätzliche Öllieferungen von rund 50.000 b/Tag zu ermöglichen. Zusätzlich drücken geopolitische Risiken auf die Stimmung: Kuwait Petroleum (KPC) hat erneut Force Majeure erklärt und verweist auf „kriegsähnliche Aktivitäten im Arabischen Golf“ sowie Schäden an der nationalen Öl‑Infrastruktur durch iranische Luftangriffe – teils nach einer offiziell verkündeten Waffenruhe. In Russland wurde die Rosneft‑Raffinerie Tuapse (240.000 b/Tag) mut-masslich bei einem Drohnenangriff beschädigt; Satellitenbilder der Nasa lassen auf einen Brand im Tanklager schliessen. Der Hafen Tuapse gilt als wichtiger Exportknoten für Diesel, Gasoil, Fuelöl, Naphtha und Vakuumgasoil. Parallel dazu hat Indien ein nationales maritimes Versicherungssystem beschlossen, um eine durchgehende Haftpflichtdeckung für Schiffe zu gewährleisten, die indische Häfen anlaufen oder verlassen. Ziel ist es, die starke Abhängigkeit von internationalen P&I‑Clubs zu verringern und einen eigenen Risikoteilungsmechanismus aufzubauen.