Marktnews Ölpreise weiter unter Druck nach US-Iran-Friedensabkommen
Die ICE-Brent-Futures gaben im frühen asiatischen Handel erneut nach, nachdem die Ölpreise bereits in den Tagen zuvor im Zuge der Nachricht über ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kontinuierlich gefallen waren. Marktteilnehmer warteten auf die offizielle Unterzeichnung der Vereinbarung, die für den 19. Juni in der Schweiz geplant war.
Seit der ersten Ankündigung durch US-Präsident Donald Trump am 14. Juni standen die Preise täglich unter Druck. Brent fiel dabei erstmals seit drei Monaten wieder unter die Marke von 80 Dollar je Barrel. Zusätzlichen Druck auf den Markt übten gesenkte Ölpreisprognosen von Goldman Sachs und Morgan Stanley aus. Auch schwache Konjunktursignale aus China belasteten die Stimmung: Die Rohölverarbeitung sank dort im Mai auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren, was auf eine schwache Kraftstoffnachfrage, geringe Raffineriemargen und steigenden Lagerdruck hindeutet. In Europa rechnen Rohölhändler zudem mit einem Überangebot an leichtem Rohöl, falls das Abkommen ratifiziert wird. Hintergrund ist die Erwartung, dass mehr US-WTI aus Asien nach Europa umgeleitet werden könnte. Gleichzeitig hob Equinor seine Produktionsprognose für 2030 leicht an, gestützt auf bessere Aussichten im Heimatmarkt. Grossbritannien verschärfte derweil den Druck auf Russland und belegte weitere Öltanker mit Sanktionen.