Marktnews Ölpreise steigen, nachdem Tanker das Rote Meer meiden
Die Ölpreise haben im frühen asiatischen Handel zugelegt, nachdem das von der Huthi-Miliz verhängte Seeverbot gegen Saudi-Arabien erste Auswirkungen auf den Schiffsverkehr zeigt.
Mehrere Tanker mieden laut Schiffsdaten die jemenitische Küste und die Meerenge Bab al-Mandab oder kehrten auf ihrer Route um. Betroffen waren vor allem grosse Öltanker, die saudische Häfen am Roten Meer angelaufen hatten oder auf dem Weg dorthin waren. Das schürt die Sorge, dass sich die Transporte über eine der wichtigsten Handelsrouten der Region weiter erschweren könnten. Sollte sich die Lage zuspitzen, könnten saudische Rohöllieferungen nach Asien beeinträchtigt werden. Zusätzliche Unsicherheit kommt von der angespannten Lage rund um den Iran. Während die USA den Druck auf den Schiffsverkehr mit Bezug zu iranischen Häfen erhöht haben, zeigen Tracking-Daten, dass die Strasse von Hormus weiterhin von Handelsschiffen genutzt wird. Die tatsächliche Lage auf den Seewegen bleibt damit schwer einzuschätzen. Auch in den USA rückt ein neues Risiko in den Fokus: Ein Tropensturm im Golf von Mexiko bedroht ein wichtiges Zentrum der amerikanischen Ölindustrie. Mehrere Unternehmen haben bereits begonnen, Personal von Offshore-Anlagen abzuziehen und die Förderung vorsorglich zu drosseln. Damit treffen derzeit gleich mehrere Belastungsfaktoren auf den Markt: die Unsicherheit im Roten Meer, Spannungen rund um iranische Exporte und mögliche wetterbedingte Ausfälle in den USA. Diese Kombination stützt die Ölpreise.