Marktnews Ölmarkt bleibt unter Druck
Nach zwei Wochen nächtlicher US-Angriffe auf den Iran blieb es am Wochenende erstmals ruhig.
Die Nordseesorte Brent fiel am Montag spürbar, auch der US-Referenzpreis WTI verlor klar. In der Vorwoche war Brent zeitweise noch über die Marke von 100 Dollar gestiegen. Von einer echten Entspannung am Ölmarkt kann jedoch keine Rede sein. Die wichtige Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus blieb übers Wochenende nur schwach genutzt. Auch durch die Meerenge Bab al-Mandab kamen weiterhin nur vereinzelt Tanker. Viele Reedereien meiden die Passage aus Sicherheitsgründen. Zusätzliche Unsicherheit schaffen die Huthi-Rebellen, die Angriffe auf Schiffe mit saudischem Öl angekündigt und bereits umgesetzt haben. Damit bleiben zwei zentrale Transportrouten für Öllieferungen aus dem Nahen Osten stark eingeschränkt. Kurze Feuerpausen reichen nicht aus, um die Versorgungslage nachhaltig zu verbessern. Während Rohöl bislang vergleichsweise moderat auf die Lieferprobleme reagiert, sind die Folgen bei verarbeiteten Ölprodukten deutlicher zu spüren. In der Schweiz kostet eine Tankfüllung so viel wie seit langer Zeit nicht mehr. Auch in Italien ist Diesel stark gestiegen. Dort wird nun über eine staatliche Preisobergrenze diskutiert.