Marktnews  Ölpreise fallen um 5 %: Deeskalationssignale und starker US-Dollar belasten den Markt

Die Ölpreise sind am Montag um fast 5 % gefallen und steuern auf den stärksten Rückgang innerhalb eines Handelstages seit über sechs Monaten zu.
Auslöser war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass der Iran "ernsthafte Gespräche" mit Washington führe, was auf eine mögliche Deeskalation mit einem OPEC-Mitglied hindeutet.
Zusätzlich wurde der Preisrückgang durch die erneute Stärke des US-Dollars verstärkt, die Öl – in Dollar gehandelt – für Länder ausserhalb der USA teurer macht und dadurch die Nachfrage belastet. "Dies übt zusätzlichen Druck auf die Preise aus", erklärte Analyst Sachdeva.
Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, bewertete Trumps Äusserungen sowie Berichte, dass die iranischen Revolutionsgarden derzeit keine Pläne für scharfe Schiessübungen in der Strasse von Hormus haben, als Anzeichen für eine Entspannung. "Der Rohölmarkt sieht dies als positiven Schritt weg von einer Konfrontation, was die geopolitische Risikoprämie, die die Preise in der vergangenen Woche nach oben trieb, reduziert und eine Phase von Gewinnmitnahmen eingeleitet hat", so Sycamore.
Am Sonntag hatte die OPEC+ beschlossen, ihre Ölproduktion für März unverändert zu lassen. Bereits im November hatte die Gruppe weitere geplante Produktionssteigerungen für Januar bis März 2026 ausgesetzt, da ein saisonal schwächerer Verbrauch erwartet wurde.
"Geopolitische Risiken verdecken derzeit einen grundsätzlich schwachen Ölmarkt", schrieb Capital Economics in einer Mitteilung vom 30. Januar. "Vergangene Beispiele, wie der zwölftägige Konflikt im letzten Jahr zwischen Israel und dem Iran, zusammen mit einem gut versorgten Ölmarkt, werden die Brent-Rohölpreise voraussichtlich bis Ende 2026 weiterhin belasten."

1 USD = 0.7727

Stand: 2.2.2026, nächstes Update: 3.2.2026

Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen. Migrol übernimmt keine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit der auf dieser Seite publizierten Informationen.