Energieberatung, Energieverbrauch

Energie im Winter So halten wir uns warm

Immer häufiger ist die Rede von Energieengpässen. Besonders die kalten Wintermonate bereiten vielen Menschen zunehmend Sorgen. Was Sie über die aktuelle Situation in der Schweiz wissen sollten und wie der Bund mit Erdöl die Energieversorgung und damit ausreichend Wärme sicherstellen möchte, lesen Sie hier.

Befürchtet wird ein Zustand, in dem mehr Energie benötigt wird, als produziert werden kann. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einer Energiemangellage. Die Gründe für den drohenden Mangel sind aktuell vielfältig.

Warum droht eine Energiemangellage?

Wichtig zu wissen ist, dass in der Schweiz nur etwa 30 Prozent der benötigten Energie selbst produziert wird. Die restlichen 70 Prozent müssen aus anderen Ländern importiert werden – was die Schweiz sehr abhängig von Nachbarländern wie Frankreich oder Deutschland macht.

Allerding sind die Importmöglichkeiten zurzeit stark eingeschränkt. So hat beispielsweise Frankreich mehrere Atomreaktoren für Wartungsarbeiten vorübergehend abgeschaltet, sodass Frankreich kaum Energie exportieren kann. Und auch in vielen Ländern rechnet man über den Winter mit Energieengpässen – die Nachfrage nach Energie ist entsprechend hoch.

Erdöl ist auf dem europäischen Markt zwar grundsätzlich verfügbar, allerdings kommt es zurzeit zu Lieferengpässe. Denn niedrige Wasserstände des Rheins und Bauarbeiten am ausländischen Schienennetz bedingen, dass Erdöl verzögert oder gar nicht ankommt.

Freigabe von Pflichtlagern für Erdöl

Da 42 Prozent der Schweizer Energie aus Erdöl produziert wird, könnten sich die Transportschwierigkeiten im Winter negativ auf die Energieversorgung auswirken. Um das zu verhindern, hat der Bund die Freigabe von Pflichtlagern beschlossen.

In Pflichtlagern werden wichtige Güter, im Fall einer Mangellage, auf Vorrat gehalten. Zu ihnen gehören Lebensmittel, Heilmittel und Erdölprodukte. Aufgrund der beschränkten Erdölkapazitäten sind die Mineralöllager seit Anfang Oktober freigegeben. Mit den Reserven aus den Pflichtlagern kann der Bedarf an Autobenzin, Diesel- und Heizöl für 4,5 Monate überbrückt werden. Kerosin ist für etwa 3 Monate vorrätig.

Umstellung von Zweistofflagern

Ein anderes Problem ist, dass die Schweiz keine eigenen Vorkommen von Erdgas hat und es ebenso wie Erdöl importieren muss. Die Hälfte davon wird von Russland bezogen, weshalb sich der Ukrainekonflikt stark auf die Energielage in der Schweiz auswirkt.

Insgesamt macht Erdgas nämlich 15 Prozent des Schweizer Strom-Mixes aus und wird vorrangig genutzt, um Wärme zu erzeugen – ungefähr jeder fünfte Haushalt wird mit Erdgas beheizt. Um eine Versorgungsknappheit von Erdgas zu vermeiden und das selbst gesetzte Gas-Sparziel von 15 Prozent zu erreichen, empfiehlt der Bund Besitzern von Zweistoffanlagen den Betrieb auf Erdöl umzustellen. Die Freigabe der Mineralöllager dient also auch der gesicherten Versorgung von Zweistoffanlagen mit Heizöl.

Auch eine Chance

Auch, wenn die Situation zurzeit schwierig scheint, der Bund trifft Vorkehrungen, um einer Energiemangellage entgegenzuwirken. Zudem ist langfristig ohnehin geplant, dass die Schweiz unabhängiger von Energieimporten wird und vermehrt auf erneuerbare Energien setzt – und die aktuelle Lage könnte diesen Prozess beschleunigen.

Falls Sie Fragen zur Energiemangellage haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

Fachstelle Energie

Migrol AG
Badenerstrasse 569
8048 Zürich
energie@migrol.ch
Kontakt Hotline 0844 000 000 (4 Rp./Min.)

Die Migrol Energieberatung wird in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Schwyz, Zug und Zürich durchgeführt.

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