Energieeffizienz, Gebäudesanierung

Fenster die richtige Balance entscheidet

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass alte Burgen wenige und oft nur sehr kleine Fenster haben? Das liegt daran, dass Fenster die schwächsten Stellen in der Befestigung sind. Alles andere als gut, wenn man sich vor Angreifern schützen möchte. Und noch heute sind Fenster die schwächsten Stellen, auch wenn sie uns nicht mehr gegen Trebuchets, sondern das Wetter und hohe Energiekosten schützen sollen.

Mit gut isolierten Fenstern können die Energiekosten um ca. 30% gesenkt werden. Haben Sie also noch alte, im schlimmsten Fall nur einfachverglaste Fenster, ist es deshalb eine gute Überlegung diese durch moderne Fenster zu ersetzen. Im Optimalfall durch welche mit Dreifachverglasung, metallisch beschichteten Scheiben und mit Edelgas gefüllten Zwischenräumen – Fenster sind heute Hightech!

Zu erkennen ist die Dämmleistung anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert genannt. Je niedriger dieser Wert, desto höher die Dämmleistung. Bei einfach verglasten Fenstern liegt er bspw. bei 5,9, bei Fenstern nach Passivhausstandard bei nur 0,5 bis 0,8. Dabei setzt sich dieser aus dem Ug-Wert für die Scheiben und dem Uf-Wert für den Rahmen zusammen. Beide Werte sollten möglichst nah zusammen liegen, um eine optimale Wärmedämmung zu gewährleisten.

Solare Gewinne

Konträr zu einer optimalen Dämmung spielen aber auch solare Gewinne, also die passive Sonnenenergienutzung, in den Überlegungen eine Rolle. Denn wenn Sonnenstrahlen auf ein Gebäude treffen, kann diese Wärmezufuhr eine grosse Rolle bei der Energiebilanz spielen.

Diese Gewinne lassen sich am besten durch grosse Fenster auf der Südseite eines Hauses erzielen. Die Sonnenstahlen dringen durch die Fenster ein woraufhin der Raum sie absorbiert – die Energie wird ohne weiteres Zutun in Wärme umgewandelt werden. Mit einer sehr guten Wärmedämmung kann man so gänzlich auf aktives Heizen verzichtet werden.

Doch hier liegt ein Problem: Der Energiedurchlassgrad, g-Wert genannt, sollte möglichst hoch sein, die Fenster also eine hohe Durchlässigkeit für Sonnenenergie haben. Hat ein Fenster allerdings einen guten g-Wert, hat es meist einen schlechten U-Wert. Hier ist es nötig, die richtige Balance zu finden.

Überhitzung im Sommer

Grosse Fenster, solare Gewinne und sich quasi von selbst aufheizende Räume. Wenn das im Winter ausreicht, um eine wohlige Temperatur zu erreichen, stirbt man dann nicht immer Sommer vor Hitze?

Keine Sorge, denn die solaren Gewinne können bei Bedarf durch geeignete Sonnenschutzvorrichtungen reduziert werden. Das können aussen angebrachte Jalousien oder auch Vorsprünge über den Fenstern sein. Denn durch den höheren Sonnenstand im Sommer dringt ohnehin weniger Sonnenlicht in die Räume ein und sie heizen sich weniger stark auf – selbst ohne spezielle Vorrichtungen.

Die Furcht, dass eine zu gute Wärmedämmung zu einer weiteren Überhitzung im Sommer führt ist übrigens unbegründet. Denn bei hohen Aussentemperaturen kann überschüssige Wärme ohnehin nicht nach aussen abgegeben werden.

Falls Sie Fragen zum Thema haben, können Sie gerne unseren Energieberater kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

Fachstelle Energie

Migrol AG
Badenerstrasse 569
8048 Zürich
energie@migrol.ch
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Die Migrol Energieberatung wird in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Schwyz, Zug und Zürich durchgeführt.

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