Gebäudehülle, Energieberatung, Gebäudesanierung

Gebäudehülle ein entscheidender Faktor für Energieeffizienz

Im Zusammenhang mit der Energieeffizienz eines Gebäudes ist oft von der Gebäudehülle die Rede. Dass es sich dabei aber nicht nur um das Mauerwerk, sondern um eine Vielzahl von Komponenten handelt, soll dieser Beitrag etwas detaillierter beleuchten. Denn eines ist – bei oberflächlicher genauso wie bei vertiefter Betrachtung – klar: Die Gebäudehülle bietet unzählige Möglichkeiten, die Energieeffizienz mit kleinen Massnahmen oder grösseren Eingriffen zu steigern.

Welche Funktionen hat die Gebäudehülle?

Kurz zusammengefasst ist die Gebäudehülle verantwortlich für die Trennung zwischen dem Innern und dem Äussern eines Gebäudes. Sie schützt so das Gebäudeinnere vor Niederschlag, Aussenluft und -temperatur, Geräuschen, Geruchsimmissionen und Strahlungen. Gleichzeitig schafft sie auch Privatsphäre und sichert Eigentum.

Die physikalischen Komponenten der Gebäudehülle sind das Fundament, die Wände mit Türen und Fenstern, die Decken sowie das Dach. Die Hülle besteht aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen Funktionen: Tragschicht, Wärmedämmschicht, Luftdichtigkeits- und Dampfsperrschicht, Feuchtigkeitspuffer- sowie Schutzschicht.

Allein schon diese kurze Definition zeigt, wie komplex die Gebäudehülle ist und wie entscheidend sie für ein angenehmes Klima im Innern eines Hauses ist.

Inwiefern beeinflusst seine Hülle die Energieeffizienz eines Gebäudes?

Nur schon ein paar wenige Zahlen zu einem durchschnittlichen, energetisch noch nicht sanierten Zustand eines Gebäudes geben eine perfekte Antwort auf diese Frage: Bis zu 40% der Raumwärme fliessen durch die Fassade, knapp 20% über Estrich und Dach ab und rund 10% der Raumwärme verlassen das Gebäude über den Keller. Die verbleibenden Wärmeanteile gehen über Wärmebrücken verloren.

Entsprechend hoch ist das entsprechende Sparpotenzial bei einer fachgerechten Sanierung eines Gebäudes oder von Teilen davon.

Mit welchen Massnahmen wird die Gebäudehülle nachhaltig energieeffizient gemacht?

Selbstverständlich gibt es auf diese Frage keine abschliessende Antwort. Zu komplex ist die Thematik und zu unterschiedlich sind die Möglichkeiten und Anforderungen von Gebäude zu Gebäude. Ein paar Massnahmen sollen jedoch die Spannweite der möglichen Massnahmen aufzeigen:

  • Dämmung von Estrich und Dach können Energieeinsparungen von über 40 % erbringen, diejenige von Boden und Keller weitere rund 20 %.
  • Der Ersatz von Fenstern erzielt nicht nur eine verbesserte Wärmedämmung, sondern auch optimierten Sonnen,- Schall- und Einbruchschutz.
  • Der Austausch eines alten Heizsystems gegen eine moderne Anlage – z.B. einer Wärmepumpe – kann die Kosten für die Primärenergie um bis zu 2/3 reduzieren.
  • Mit Photovoltaik kann elektrische Energie für den Eigenverbrauch kostengünstig bereitgestellt werden.

Lohnt sich die Sanierung einer Gebäudehülle überhaupt?

Die Amortisationszeit einer Gebäudesanierung ist, je nach Umfang und Art der ausgeführten Massnahmen und in Abhängigkeit der Energiekosten, natürlich sehr unterschiedlich. Kleinere Eingriffe oder Veränderungen können schon innerhalb von 10 Jahren amortisiert sein, bei einer umfassenden Sanierung erhöht sich die Amortisationszeit auf bis zu 30 Jahre – in Anbetracht der Lebensdauer eines Gebäudes trotzdem mehr als lohnend.

Dabei nicht vergessen werden darf, dass die energetische Sanierung einer Liegenschaft nicht nur eine werterhaltende, sondern auch eine wertsteigernde Wirkung hat. Wertsteigernde Sanierungsmassnahmen können auch auf den Mietpreis abgewälzt werden. Zudem bietet sich die Möglichkeit, bei der Sanierung mit spürbaren staatlichen Förderbeiträgen zur Reduktion der Investitionen rechnen zu können.

Wie geht man am bei einer Sanierung der Gebäudehülle am besten vor?

Eine Möglichkeit, um eine Gebäudehüllensanierung auch bezüglich Kosten im Griff zu behalten, ist die Etappierung. Gebäudehülle Schweiz empfiehlt dabei diese anerkannte Reihenfolge:

  1. Etappe: Ersatz der Fenster, Erneuerung des Sonnenschutzes, Wärmedämmung der Fassade
  2. Etappe: Wärmedämmung des Daches resp. des Estrichbodens sowie der Kellerdecke
  3. Heizkesselersatz, neuer Wassererwärmer, Installation von Sonnenkollektoren/Photovoltaik
  4. Innenausbau (Küche, Nasszellen, neue Leitungen, Einbau einer Komfortlüftung/KWL)

Die Einhaltung diese Reihenfolge ist insofern wichtig, als dass die einzelnen Etappen jeweils die Basis für die Effizienz der nachfolgenden Etappe bilden. So ist es beispielsweise erst dann sinnvoll, eine kleiner dimensionierte und damit energieeffizientere Heizanlage einzubauen, wenn die Isolation eines Hauses optimiert wurde.

Schon dieses Etappierungsmodell zeigt: Die einzelnen Immobilienbesitzerinnen oder-besitzer ohne Fachwissen dürften in den meisten Fällen überfordert sein. Deshalb ist es ratsam, schon vor der Projektierung neutrale Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Diese wird in einem ersten Schritt einen umfassenden Ist-Zustand des Gebäudes aufnehmen und aktuellen Energieverbrauch analysieren.

In einem zweiten Schritt werden ein Gesamtkonzept für die Erneuerung des Gebäudes erstellt und die erforderlichen Grundlagen für Investitionsentscheide geschaffen. Und in einem dritten Schritt werden auf Wunsch der Auftraggeber die Detailplanung und die Ausführungsüberwachung übernommen. Dieser dritte Schritt beinhaltet auch das Einholen allenfalls erforderlicher Bewilligungen sowie die Beantragung der Fördergelder.

Informationsquelle / weitere Informationen: www.gebäudehülle.swiss

Falls Sie Fragen oder Interesse an einer MIGROL Energieberatung haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

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