Energieverbrauch, Erneuerbare Energien

Kreislaufwirtschaft  eine überfällige Transformation

Noch ein paar Jahre, vielleicht Jahrzehnte, können wir so weiter machen wie bisher. Damit schaden wir aber dem Planeten, der Umwelt und letztlich uns selbst – die Tage des Weitermachens sind gezählt oder es sind die unseren. Die Konzepte und Technologien sind vorhanden, doch ist es auch der Wille?

Bisher ist der Grossteil unserer Produktion immer noch linear, das heisst Rohstoffe werden verarbeitet und nachdem die Produkte genutzt wurden, werden sie deponiert oder verbrannt. Dass dieser Ansatz weder nachhaltig ist noch die Endlichkeit der meisten Ressourcen berücksichtigt, sollte mittlerweile bei jedem angekommen sein.

Der erste Schritt zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist Recycling. Anstatt Abfallprodukte einfach wegzuwerfen, wird versucht möglichst viele der Ausgangsmaterialien in Sekundärrohstoffe umzuwandeln. Ob diese erneut für denselben oder einen anderen Zweck eingesetzt werden, ist dabei unerheblich – nur die energetische Verwertung sind ausgeschlossen.

Schafft man es den Weg, den ein Stoff über ein Produkt bis zu seiner Wiederverwertung geht, zu schliessen, spricht man von einem Recyclingkreislauf. Wird dieser vollständig geschlossen und es kann auf die Zufuhr neuer Ressourcen (weitgehend) verzichtet werden, ist die erste Vorrausetzung für die Kreislaufwirtschaft geschaffen.

Kreislaufwirtschaft

In der Kreislaufwirtschaft wird der Einsatz von Ressourcen und Energie sowie die Produktion von Abfall und Emissionen minimiert, um so ein möglichst selbst erhaltendes und regeneratives System zu schaffen. Dabei geht es nicht nur darum, Produkte am Ende ihrer Lebenszeit zu recyceln. Schon bei der Konstruktion muss auf Langlebigkeit geachtet werden, das ermöglicht während des Einsatzes die Instandhaltung und Reparatur sowie danach die Wiederverwendung oder Aufbereitung – aus einem Recyclingkreislauf wird eine Kreislaufwirtschaft.

Der Ansatz ist keine neuzeitliche Idee, sondern nimmt sich den Stoffkreislauf der Natur zum Vorbild. Schon in vorindustrieller Zeit waren geschlossene Krausläufe Teil unserer traditionellen Landwirtschaftssysteme. 

Cradle to Cradle

Cradle to Cradle, kurz C2C, denkt die Kreislaufwirtschaft zu Ende. Das Konzept stammt aus den 1990ern und steht für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft, in der nicht nur der technische, sondern auch der biologische Kreislauf geschlossen wird.

Dabei müssen Produkte so designet sein, dass alle Bestandteile entweder zurück in biologische Kreisläufe gegeben werden können, wie es z. B. bei der Kompostierung der Fall ist, oder dauerhaft in technischen Kreisläufen bleiben, wie es beim Recycling der Fall ist. Der Idealfall ist, dass alle verwendeten Rohstoffe biologisch abgebaut oder ohne Verluste wiederverwendet werden können – Stoffe, die das nicht ermöglichen sind gänzlich ausgeschlossen – und die notwendige Energie ausschliesslich aus erneuerbaren Energien stammt.

Einem so radikalen Ansatz steht natürlich auch Kritik gegenüber. Zum einen ist eine vollständige C2C-Produktion sehr teuer und, zumindest noch, nicht für alle Produkte umsetzbar. Diese Probleme sollten sich aber mit der Zeit von allein lösen. Denn schon heute ist es bei vielen Rohstoffen günstiger zu recyceln als sie neu zu gewinnen und der technologische Fortschritt wird die Umsetzbarkeit bei immer mehr Produkten ermöglichen.

Ein zweites Leben für Akkus

Bis es so weit ist, können wir aber auch heute schon viel tun, z. B. Akkus aus E-Autos ein zweites Leben ermöglichen. Denn nur weil ein Akku nicht mehr leistungsfähig genug für den Einsatz in E-Autos ist, ist er noch lange nicht kaputt. Tatsächlich hat er dann immer noch 70 bis 80 % seines ursprünglichen Fassungsvermögens und ist damit bestens geeignet für den Einsatz als Stromspeicher im Haus. Hier wird der Akku weniger stark belastet und Laden sowie Entladen finden gleichmässiger und schonender statt. So kann der Akku noch 10 bis 12 Jahre eingesetzt werden, bis er endgültig ausrangiert werden muss.

Worauf warten wir noch?

Langlebigkeit, Reparatur, Wiederverwendung und teures Recycling mag unserer auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaft zuwiderlaufen – zumindest noch. Denn sobald die endlichen, nicht erneuerbaren Rohstoffe aufgebraucht sind, kann nur noch jene Produktion aufrechterhalten werden, der ein geschlossener Kreislauf zugrunde liegt. Wenn wir diesen Punkt aber erreichen bevor wir uns umgestellt haben, kommt unsere Wirtschaft im schlimmsten Fall gänzlich zum Erliegen.

Falls Sie Fragen zur Kreislaufwirtschaft haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

Fachstelle Energie

Migrol AG
Badenerstrasse 569
8048 Zürich
energie@migrol.ch
Kontakt Hotline 0844 000 000 (4 Rp./Min.)

Die Migrol Energieberatung wird in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Schwyz, Zug und Zürich durchgeführt.

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