Energieverbrauch, Energieeffizienz, Strompreise

Strompreise ein Silberstreif am Horizont?

Ohne Strom geht nichts. Deshalb ist seine Preisentwicklung Zündstoff für immer neue Debatten. Denn der Preis kennt nur eine Richtung: nach oben. Woran das liegt, wie sich der Preis zusammensetzt und was wir in Zukunft zu erwarten haben hier.

Die Strompreise setzen sich in der Schweiz aus vier Komponenten zusammen, die von unterschiedlichen Stellen festgelegt werden. Das sind:

  • Der Netznutzungstarif für das Leitungsnetz in dem der Strom vom Kraftwerk zum Haus fliesst. Er unterscheidet sich nach den landschaftlichen Begebenheiten, dem Konsumverhalten der Nutzer und der Effizienz des Netzbetreiber.
  • Der Energietarif für den Strom selbst. Dieser variiert aufgrund von unterschiedlichen Strommixen aber auch dem Verhandlungsgeschick der Stromanbieter.
  • Die Abgaben für das Gemeinwesen, die kantonal und kommunal bestimmt werden. Dazu gehöre z. B. Konzessionsabgaben.
  • Dem Netzzuschlag zur Förderung erneuerbarer Energien, der Grosswasserkraft und der Sanierung der Wasserkraft im Allgemeinen. Er gilt schweizweit und wird jährlich vom Bundesrat festgelegt. 2021 liegt er bei seinem gesetzlichen Maximum von 2,3 Rp./kWh.

Warum wohin?

Wie oben erwähnt befindet sich der Strompreis schon lange Zeit im Aufwind. Seit 2006 ist er sukzessive von 12,16 Rp. auf heute 17,46 Rp. für eine Kilowattstunde gestiegen. Die Gründe für den Anstieg sind dabei nicht nur auf Entwicklungen in der Schweiz zurückzuführen, sondern auch auf Entwicklungen in unseren Nachbarländern und in der Welt.

So korreliert unser Strompreis sehr stark mit dem in Deutschland, was uns mit Spannung auf die energiepolitischen Entscheidungen dort blicken lässt. Vor allem jetzt, da sich ein Politikwechseln bei unseren Nachbarn abzeichnet, der zu weiteren Preiserhöhungen führen könnte.

Ein zweiter externer Einflussfaktor ist der CO2-Preis unter dem EU-Emissionshandelssystem (EU ETS). Der Preis pro Tonne CO2-Austoss ist seit 2016 von 6 Euro auf mittlerweile über 50 Euro gestiegen. Bis Ende des Jahrzehnts wird damit gerechnet, dass er auf über 90 Euro steigt. Da gerade in unseren Nachbarmärkten Deutschland und Italien noch viel Strom aus Kohle und Gas gewonnen wird, hat das EU ETS einen grossen Einfluss auf unseren Markt.

Zuletzt spielen globale Wirtschaftsereignisse, wie z. B. das sich abschwächende Wirtschaftswachstum in Industrie- und Schwellenländer oder der Handelskonflikt zwischen den USA und China eine entscheidende Rolle.

Jedoch gibt es mit dem zunehmenden Anteil an erneuerbarer Energie auch Hoffnung, dass dieser Anstieg aufgehalten und sogar zurückgedreht werden kann. Denn je mehr grüner Strom produziert wird, desto unabhängiger werden wir von globalen Einflüssen auf Rohstoffpreise und Rohstoffpreisen im Allgemeinen. Zudem fällt ohne CO2-Ausstoss auch keine CO2-Bepreisung an.

Grund genug für die Eigenproduktion?

Bis es so weit ist, wird der Strompreis allerdings noch steigen. Für den ein oder anderen mag diese Erkenntnis Motivation genug sein, mit der eigenen Stromproduktion zu beginnen und eine Photovoltaikanlage zu installieren, um selbst ein wenig zu diesem Wandel beizutragen.

Falls Sie Fragen zum Thema Strompreise haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

Fachstelle Energie

Migrol AG
Badenerstrasse 569
8048 Zürich
energie@migrol.ch
Kontakt Hotline 0844 000 000 (4 Rp./Min.)

Die Migrol Energieberatung wird in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Schwyz, Zug und Zürich durchgeführt.

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