Energieeffizienz, Gebäudehülle

Der perfekte Kälteschutz was passt für mein Haus?

Eigentlich ist es wie beim Menschen: Ist ein Haus mit einer Winterjacke gut eingepackt, bleibt es darunter länger wohlig warm. Aber welche Jacke darf es denn sein?

Soll eine Winterjacke gut aussehen, günstig sein, möglichst lange halten, eine Kapuze haben? Ähnliche Fragen stellen sich auch beim Dämmen einer Gebäudehülle. Erste Antworten liefert ein Gebäudeenergieausweis (GEAK), quasi die Modeberatung fürs Haus. Dabei werden die individuellen Schwachstellen eines Hauses aufgezeigt – und wo welches Potential liegt.

So geht man beim Dämmen der Aussenwände von einem Wärmesparpotential von 10 bis 30 % aus. Die günstigste Variante ist dabei die Kompaktfassade, bei der die Dämmplatten direkt aufs Mauerwerk kommen. Hochwertiger hingegen ist die hinterlüftete Fassade, bei der dank Tragekonstruktion die Feuchtigkeit besser abfliesst. Am aufwändigsten wiederum ist die Dämmung von innen, die erst noch Wohnfläche kostet, dafür aber denkmalgeschützte Fassaden unberührt lässt. Innendämmung sind bauphysikalisch anspruchsvoll und sollen nur durch erfahrene Fachpersonen geplant und ausgeführt werden.

Welche Kapuze darf es sein?

Fast gleich viel Energie lässt sich mit einer Kapuze einsparen: Wird der Dachraum nicht genutzt, kann ganz einfach der Estrichboden gedämmt werden, ansonsten das Dach. Am günstigsten ist das Dämmen des Estrischbodens. Bei Dämmungen zwischen den Dachstuhlträgern drohen Wärmebrücken. Dem kann mit einer zusätzlichen Dämmschicht über den Balken entgegengewirkt werden. Am idealsten jedoch ist das Dämmen von aussen – nur muss dazu das Dach abgedeckt werden. Einfacher geht es da schon im Keller. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man hier die Decke oft sogar selber isolieren und nochmals fünf bis zehn Prozent Energie einsparen. Zusätzlich steigt die Temperatur des Fussbodens, was die Behaglichkeit spürbar verbessert.

Wie dick auftragen?

Bleibt noch die Frage: Wie dick soll die Dämmung denn sein? Wichtig ist dabei der U-Wert, der den Wärmeverlust eines Bauteils deklariert. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser. Bei Aussenwänden von alten, ungedämmten Häuser liegt er bei bis zu 1.2 W/m2K, während die MuKEn nach einer Sanierung mindestens einen U-Wert von 0.25 W/m2K vorsehen. Wie viel es aber braucht, um dies zu erreichen, ist – wie bei der Winterjacke – abhängig vom Material und der Verarbeitung. Spätestens hier ist der Rat beziehungsweise die Berechnung eines Profis gefragt. Die energetische Sanierung wird finanziell unterstützt.

Dämmen: Das gilt es zu beachten 
  • Kombinieren Sie eine Dachsanierung gleich mit dem Dämmen.
  • Wird eine Dämmung nicht sauber ausgeführt, entstehen Lücken in der Hülle, die zu Schimmel führen können.
  • Ist gleichzeitig ein Heizungsersatz geplant, sollte zuerst gedämmt werden, damit die Heizung richtig dimensioniert wird.
  • Ein Gebäudeenergieausweis verrät oft auch, welche Massnahme mit wie viel Fördergeldern unterstützt wird.
  • Fenster und Türen nicht vergessen! 

 

© Bild von pIngo Bartussek auf stock.adobe.com

Falls Sie Fragen zum optimalen Kälteschutz Ihres Hauses haben, können Sie uns gerne kontaktieren:

Clemens Bohnenblust

Fachstelle Energie

Migrol AG
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8048 Zürich
energie@migrol.ch
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Die Migrol Energieberatung wird in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern, Schwyz, Zug und Zürich durchgeführt.

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