Mythen zu Pelletheizungen, Nutzerverhalten, Gebäudesanierung und Energieberatung
Wärmeerzeuger
Für Pellets werden Bäume gefällt.
Diese Aussage ist falsch.
Holzpellets werden mehrheitlich aus Holzresten von Sägereien und Hobelwerken gepresst. Auch wenn Bäume für die Herstellung von Pellets gefällt werden müssten, wäre das nicht so schlimm. Die Biomasse nimmt die gleiche Menge CO2 auf, welche bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Verfault der Baum auf dem Waldboden, gibt er das CO2 ebenfalls an die Umwelt ab.
Pelletheizungen haben einen grossen Feinstaub-Ausstoss
Holzpellets stossen bei der Verbrennung deutlich weniger Feinstaub aus als Stückholz, da sie in ihrer Grösse und Zusammensetzung normiert sind und besonders wenig Feuchtigkeit enthalten.
Pelletheizungen verbrennen den Energieträger praktisch rückstandslos und erfüllen die lufthygienischen Anforderungen auch ohne Feinstaubfilter.
Sanierung
Sanierungsmassnahmen fördern Schimmelpilzbildung.
Zum Teil richtig.
Werden bei einer Sanierung nur die Fenster ausgetauscht, kann dies zum Schimmelbildung führen.
Das eigentliche Problem sind jedoch nicht die Fenster. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die neuen Fenster luftdichter sind. Sie vermindern den Luftaustausch mit der Aussenwelt und behalten die Wärme und die Feuchtigkeit drinnen. In allen Wohnnutzungen, egal ob gedämmt oder nicht gedämmt, entsteht Feuchtigkeit, die auf irgendeine Weise nach draussen gelangen muss. Wenn dies nicht gelingt, kann sich Schimmel bilden.
Der Luftaustausch muss durch Stosslüften oder einer kontrollierte Wohnungslüftung sichergestellt werden.
Nutzerverhalten
In modernen (Minergie-)Häusern darf man das Fenster nicht öffnen.
Diese Aussage ist falsch.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung die Fenster nicht geöffnet werden dürfen. Mit einer Wohnraumlüftungsanlage werden die Wohnräume permanent mit frischer Aussenluft versorgt. Das heisst, man kann lüften, muss aber nicht. Zu beachten ist jedoch, dass bei modernen Gebäuden das Heizsystem auf die notwendige Leistung ausgelegt und nicht wie in gewissen älteren Gebäuden überdimensioniert wird. Somit kann die Heizleistung bei offenstehenden Fenstern den Wärmeverlust nicht kompensieren und die Behaglichkeit ist nicht mehr sichergestellt. Einfachste Lösung: Fenster wieder schliessen!
Lampen nicht ausschalten.
Diese Aussage ist falsch.
Lampen lieber brennen lassen, als sie immer wieder ein- und auszuschalten? Dieser Mythos ist alt und gilt weder für Leuchtstoffröhren, Glühbirnen noch für LED-Lampen. Da es keinen Strom spart, das Licht brennen zu lassen, und das Einschalten kaum mehr Strom verbraucht als der Betrieb selbst, lohnt es sich, den Lichtschalter möglichst oft zu nutzen!
Dabei gibt es jedoch etwas zu beachten: Man spricht hier von Schaltfestigkeit. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen vertragen ein häufiges Ein- und Ausschalten – wie es beispielsweise in WCs oder Treppenhäusern vorkommt – nicht gut. In solchen Bereich sollte daher eine schaltfeste Technologie eingesetzt werden, etwa stromsparende LED-Leuchten, die zu 100'000 Schaltzyklen aushalten.
Keinen Tumbler verwenden, denn der ist der reinste Stromfresser.
Zum Teil richtig.
Ein Tumbler der Energieklasse A mit einer Lademenge von 8 kg benötigt rund 1,5 kWh elektrische Energie. Wird die Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufgehängt, sind dafür etwa 3,2 kWh Verdampfungsenergie nötig, die beispielsweise durch das Verbrennen von rund 600 g Pellets gedeckt werden müssen.
Am besten für das Portemonnaie und die Umwelt ist es, die Wäsche im Freien zu trocknen. Bei trockener, klirrender Kälte kann die Wäsche dank Sublimation sogar im Winter draussen trocknen, idealerweise bei etwas Wind.
Energieberatung
Energie sparen bedeutet immer Komfortverlust.
Diese Aussage ist falsch.
Wird die Aussenhülle gedämmt oder die Fenster ersetzt, kann der Energieverlust verringert werden. Der thermische Komfort wird verbessert, da die Oberflächentemperaturen steigen.
Durch Optimierungen des Heizsystem kann Energie gespart werden, ohne dass die Raumtemperatur gesenkt werden muss.
Energieberatung bringt nur langfristig etwas.
Diese Aussage ist falsch.
Investitionen in eine neues Heizsystem oder die Gebäudehülle zahlen sich in der Tat erst nach Jahre aus. Durch die Beratung ergeben sich jedoch auch quick Wins. Beispielweise in der Umstellung des Strombezugs bei der Warmwasseraufbereitung oder durch die Installation eines Wärmepumpenboilers.
Auch durch Verhaltensänderungen kann sofort Energie gespart werden.
Energieberatung ist teuer und lohnt sich nicht.
Diese Aussage ist falsch.
Die Energieberatung wird vom Bund, Kantonen und Gemeinden finanziell unterstützt. Zum Teil werden 100 % der Kosten übernommen. Eine Beratung zahlt sich in jedem Fall aus.
Falls Sie Fragen zur Gebäudesanierung haben, können Sie uns gerne kontaktieren:
Energie- und Wärmelösungen
Migrol AG
Soodstrasse 52
8134 Adliswil
energie@migrol.ch
Kontakt Hotline 0800 222 555 (Gratisnummer)
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare.