Schimmel

Schimmel Die Geisel des Wohnraums

Diesen Hausgast wünscht sich niemand – Schimmel! Und dennoch hat er Ihnen sicher schon mal den Morgenkaffee ordentlich vermiest, als er in der Ecke Ihrer Küche aufgetaucht ist. Erfahren Sie hier, wie Sie ihn wieder loswerden und dauerhaft am Wiederkommen hindern können.

Gefahr? Gefahr!

Weltweit wurden etwa 100'000 unterschiedliche Schimmelarten bestimmt, die tatsächliche Gesamtzahl wird jedoch auf ungefähr 250'000 Arten geschätzt.

Zum Glück ist Schimmel für gesunde Menschen zunächst unproblematisch. Steigt aber die Konzentration in der Luft, führen sie zu Erkrankungen – vor allem der Atemwege – und können allergische Reaktionen auslösen. Besonders für gesundheitlich vorbelastete und immungeschwächte Menschen kann Schimmel gefährlich werden.

Gesundheitliche Gefahren sind jedoch nur ein Grund, warum Schimmel ein ungern gesehener Gast ist. Er greift auch die Bausubstanz an. Schimmelpilze können organische Materien wie z. B. Tapeten und Holz zersetzen. Im schlimmsten Fall greifen sie tragende Balken oder den Dachstuhl an und machen ein Haus unbewohnbar.

Wie Sie ihn (unfreiwillig) einladen

Schimmelsporen gibt es überall, sie sind Teil unserer natürlichen Umgebung. Erst wenn sie auf organische Materien, wie z. B. Tapeten oder Holz, treffen und dort über einen längeren Zeitraum mit Feuchtigkeit versorgt werden, entsteht ein sichtbarer Schimmelpilz. Die Feuchtigkeit kann aus der Raumluft kommen oder von aussen in das Gebäude eindringen.

Dringt sie von aussen ein, sind meist bauliche Mängel dafür verantwortlich. Das können undichte Stellen, Risse oder defekte Rohre in der Wand sein. Auch mangelnde Isolierung kann Schimmel begünstigen. Gerade in älteren, schlecht gedämmten Gebäuden führt dies oft zu sogenannten Wärmebrücken. Das sind kalte Stellen an Aussenwänden, an denen die Luftfeuchtigkeit kondensiert und so zu feuchten Wänden, Decken und Fussböden führt.

Auch durch eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit (über 60 %), erhöht sich die Gefahr von Schimmelbildung, vor allem an schlecht belüfteten und beheizten Stellen, wie hinter Fussleisten oder Möbeln. Doch gerade diesem Risiko kann unkompliziert vorgebeugt werden.

Da hilft weder Tür noch Riegel aber…

Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit, so wissen Sie immer, wann Sie reagieren müssen. Aber auch ohne unmittelbare Warnung, sollten Sie immer ausreichend lüften, um die Raumluft trocken zu halten.

In den kalten Monaten ist es wichtig, alle Wohn- und Schlafräume auf mindesten 16 °C zu heizen. Auch unbewohnte Zimmer sollten in dieser Zeit leicht geheizt werden. Denn kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit aus der Umgebung auf, welche dann an den Wänden kondensiert.

Durch ausreichendes Lüften und Wärme, wird das Risiko von Schimmelbildung im Haus drastisch gesenkt. Ganz ausgeschlossen ist sie aber nicht, ein Wasserrohrbruch, ein undichtes Dach oder Risse können nicht weggeheizt oder -gelüftet werden. Deshalb sollte ein Haus regelmässig auf Schäden und eindringendes Wasser kontrolliert werden. Wird ein Schaden gefunden, muss er schnellstmöglich beseitigt werden – nur so lässt sich die Entstehung von Schimmel verhindern.

Sonderfall: Neubauten

Neu gebaute Häuser müssen besonders oft gelüftet werden, damit kein Schimmel entsteht. In ihnen steckt noch viel Feuchtigkeit und sie sind gleichzeitig besonders luftdicht. Bis sie vollständig durchgetrocknet sind, können mehrere Jahre vergehen.

Sonderfall: Kellerräume

Im Sommer sollten die Fenster und Türen von Kellerräumen nur bei niedrigerer Aussen- als Raumtemperatur geöffnet werden. Die wärmere Luft von aussen bringt sonst Feuchtigkeit in den Keller, die sich auf den kühleren Wänden absetzt.

Jetzt aber raus mit dir!

Hat alles Vorbeugen nichts gebracht und der Schimmel ist in den Räumen, muss dieser schnell entfernt werden. Ist der Schimmelbefall auf einer Fläche von unter einem halben Quadratmeter, kann der Schimmel selbst entfernt werden. Tragen Sie dazu unbedingt Schutzhandschuhe und einen Atemschutz, um sich vor eventuell aufgewirbelten Schimmelsporen zu schützen. Dann:

  1. Entfernen Sie gegebenenfalls die schimmlige Tapete und entsorgen Sie diese.
  2. Jetzt behandeln Sie die betroffene Fläche mit einem Antischimmelmittel nach Gebrauchsanweisung. Alternativ können Sie auch hochprozentigen Alkohol aus der Apotheke oder Brennspiritus nehmen.

Ist der Schimmelbefall bereits über einen halben Quadratmeter gross, muss die Entfernung von Fachleuten vorgenommen werden. Diese werden auch nach der Ursache suchen, denn nur wenn diese beseitigt ist, kann der Schimmel dauerhaft beseitigt werden.

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